Auffällig ist das vorderste Beinpaar. Diese Beine sind zu Geisseln verlängert, die als Tast- und Riechorgane dienen und der Spinne helfen, ihre Umwelt wahrzunehmen. Aufgrund ihrer filigranen Struktur kommt es nicht selten zu Verletzungen der Beine. Geiselspinnen sind jedoch in der Lage, beschädigte Gliedmassen vollständig zu regenerieren – bei der nächsten Häutung wachsen sie in ihrer ursprünglichen Länge nach.
Eine besondere Eigenschaft der Ordnung der Geisselspinnen (Amblypygi) ist die Fähigkeit beider Geschlechter, sich auch nach Erreichen der Geschlechtsreife weiter zu häuten. Dies stellt eine Ausnahme unter den Spinnentieren dar und geht mit einem kontinuierlichen Grössenwachstum der Tiere einher.
Wie alle Spinnentiere besitzen Geisselspinnen Pedipalpen – umgewandelte Extremitäten im Kopfbereich, die unterschiedlichen Funktionen übernehmen. Während sie bei Skorpionen zu Scheren umgebildet sind und bei vielen echten Spinnen als Tastorgane fungieren, haben sie sich bei den Geisselspinnen zu spezialisierten Fangarmen entwickelt. Diese sind mit Dornen besetzt und ermöglichen es den Tieren, Beute zu ergreifen. Geisselspinnen besitzen keine Spinndrüsen, können also keine Netze zur Jagd zu weben. Deshalb sind sie auf ihre Fangarme angewiesen.
Harry-Potter-Fans dürfte die Geisselspinne bestens bekannt sein: Im vierten Film demonstriert «Mad Eye Moody» die drei unverzeihlichen Flüche an einer Geisselspinne. Jedoch ist diese Art für den Menschen – anders als im Film erwähnt – vollkommen harmlos: Die Geisselspinne besitzt keine Giftdrüsen.
Verwandtschaft
Geisselspinnen (Phrynichidae), Gattung Damon (10 Arten)
Lebensraum
Wälder und Savannen in Westafrika
Lebensweise
nachtaktiv, baum- und höhlenbewohnend