Die Inkaseeschwalbe zählt zu den auffälligsten Küstenvögeln Südamerikas, mit ihrem leuchtend roten Schnabel und den geschwungenen, schneeweissen Backenfedern, die wie ein gezwirbelter Schnurrbart aus dem Gesicht ragen. Diese Besonderheiten ihres Aussehens entwickeln sich jedoch erst mit zunehmendem Alter: Als Jungtiere tragen Inkaseeschwalben ein braunes Federkleid – ohne roten Schnabel und ohne Schnurrbart.
Die Länge des weissen Schnurrbarts scheint mit dem Gesundheitszustand der Tiere zusammenzuhängen. Eine Studie deutet darauf hin, dass Vögel mit besonders langen Schnurrbärten im Durchschnitt in besserer körperlicher Verfassung sind und schwerere Küken mit einer besser entwickelten Immunabwehr grossziehen.
Typischerweise brüten Inkaseeschwalben in grossen Kolonien. Für die Eiablage nutzen sie geschützte Höhlen – zum Beispiel in Guano (verwitterte Schichten aus Vogelkot), im Erdreich oder in Felsspalten. Genutzt werden aber auch verlassene Bruthöhlen anderer Seevögel, etwa des Humboldtpinguins, mit dem sie in dieser Region koexistieren.
Die Inkaseeschwalbe erbeutet Fische durch tiefes Stosstauchen aus dem Flug oder durch sogenanntes Einstippen, bei dem sie nur knapp unter die Wasseroberfläche taucht, ohne vollständig unterzutauchen. Darüber hinaus zeigt die Art ein ausgeprägt opportunistisches Verhalten: Häufig folgen Inkaseeschwalben Fischerbooten, Robben, Walen oder Kormoranen, um von aufgescheuchten Fischen oder Fischresten zu profitieren. Nicht selten stehlen sie Fischstücke direkt von Booten oder sogar aus dem Maul auftauchender Seelöwen.
Die Peruanische Sardelle ist die wichtigste Beute der Inkaseeschwalbe und zählt zugleich zu den weltweit am intensivsten genutzten Fischarten. Eine anhaltende Überfischung könnte sich langfristig negativ auf den Bruterfolg der Inkaseeschwalbe auswirken.
Besonders gravierend sind auch die Auswirkungen der sogenannten El-Niño-Ereignisse: Veränderungen der Meeresströmungen und erhöhte Wassertemperaturen führen dazu, dass das Plankton – die Nahrungsgrundlage der Sardellen – stark zurückgeht. In der Folge bleiben auch die Fischschwärme aus, von denen sich die Inkaseeschwalbe ernährt.
Verwandtschaft
Möwenverwandte (Laridae), Inkaseeschwalben (Larosterna, 1 Art)
Lebensraum
Felsküsten im Bereich des Humboldtstromes in Südamerika (Peru und Chile)
Sozialstruktur
gesellig, lebt und nistet in grossen Kolonien von mehreren tausend Vögeln, monogam