Individuen des Marañón-Baumsteigers unterscheiden sich in der Musterung ihrer weissen Punkte sowie in der Grösse des hellen Flecks unter dem Kinn. Wie die meisten Arten seiner Familie besitzt er natürliche Hautalkaloide, die als chemische Abwehr dienen. Die dafür benötigten Grundstoffe nimmt der Frosch über die Nahrung auf. In Menschenobhut gehaltene Tiere verlieren diese Giftigkeit weitgehend.
Zur Fortpflanzung legen die Weibchen 4 bis 13 Eier auf feuchte Substrate ab, die vom Männchen befruchtet, bewacht und befeuchtet werden. Nach etwa 15 Tagen schlüpfen die Kaulquappen. Das Männchen transportiert sie auf seinem Rücken zu kleinen Wasseransammlungen in den Trichtern von Bromelienpflanzen (z. B. Aechmea nudicollis) und setzt sie einzeln ab. In den Bromelien vollenden sie während mehrerer Wochen die Metamorphose zum vollständig entwickelten Frosch.
Wassergefüllte Bromelientrichter fungieren nicht nur als Fortpflanzungsstätte, sondern spielen auch eine Rolle bei der Nahrungsaufnahme. In den Bromelien auf Bäumen oder in deren Umgebung an Felswänden, auf anderen Pflanzen oder auf dem Waldboden werden kleine Beutetiere gejagt, zum Beispiel Ameisen oder kleine Fliegen. Die Frösche sind versierte Kletterer, springen jedoch eher selten.
Der Marañón-Baumsteiger ist endemisch im Nordwesten Perus und stark gefährdet. Die wichtigsten Gefährdungsfaktoren sind das sehr kleine Verbreitungsgebiet, die starke Fragmentierung der verbliebenen Habitate sowie deren Verlust durch landwirtschaftliche Ausdehnung – insbesondere durch Kaffee- und Bananenanbau sowie Viehhaltung. Hinzu kommt die in der Region verbreitete Brandrodung, die auch Schutzgebiete erfasst.
Die Art lebt heute nur noch in fünf bis sechs kleinen Waldresten, teils mit sehr kleinen Beständen. Zusätzlich belastet der illegale Fang für den Terrarienhandel die Populationen.
Verwandtschaft
Baumsteigerfrösche (Dendrobatidae), Gattung Excidobates (3 Arten)
Lebensraum
primäre, relative trockene Gebirgswälder
Lebensweise
tagaktiv, boden- und baumlebend; Lebensweise stark an Bromelien-Pflanzen gebunden
Nahrung
Wirbellose, insbesondere Ameisen und kleine Fliegen