Tausendfüsser ist nicht gleich Tausendfüsser. Bisher beschrieben sind weltweit über 16’000 Arten. Man geht aber davon aus, dass ein Vielfaches dieser Zahl existiert.
Die hier gezeigte im Zoo Zürich gehaltene Riesentausendfüsser-Art ist bislang wissenschaftlich noch nicht beschrieben. Das bedeutet, dass diese Art keiner der bisher bekannten Arten zugeordnet werden kann. Entsprechend ist auch wenig über sie bekannt.
Die erste Art der Gattung Sechelleptus wurde 1835 beschrieben. Dieser Tausendfüsser wurde auf den Seychellen gefunden – daher der Name. Bis ins Jahr 1992 ging man davon aus, dass es sich dabei um eine monotypische Gattung handelt, eine Gattung also, die nur diese eine Art beinhaltet.
Im Jahr 1992 fand eine Gruppe von Forschern die nahe Verwandtschaft dieser Art zu Tausendfüssern auf Madagaskar. Später wurden auch noch Arten dieser Gattung auf dem afrikanischen Festland gefunden.
Die Bestimmung dieser kleinen Tiere ist nicht einfach und es werden immer wieder neue Arten entdeckt. Mit dem neuen Wissen, das dadurch gewonnen wird, verändert sich auch ständig die Einteilung der Verwandtschaftsverhältnisse der verschiedenen Arten von Tausendfüssern. Das ist also kein abgeschlossener Prozess, sondern er muss laufend überarbeitet werden.
Dieses Beispiel verdeutlicht, wie entscheidend der Schutz von Lebensräumen ist. Nur so können wir verhindern, dass Tierarten aussterben, bevor wir sie überhaupt entdeckt haben.
Verwandtschaft
Riesentausendfüsser (Spirostreptidae), Gattung Sechelleptus (32 Arten)
Lebensraum
Regenwälder, Streuschicht