Mangrovenwälder wachsen an tropischen Meeresküsten, die im Einflussbereich von Wasserspiegelschwankungen durch Ebbe und Flut liegen. Bei hohem Wasserstand ragen die Mangroven nur mit der Baumkrone aus dem Wasser, bei Ebbe sind die Wälder mehr oder weniger trocken. Auf Schlickböden in Lagunen oder in Flussmündungen entwickeln sich Mangrovenwälder besonders üppig.
Aufgrund der Baumartenzusammensetzung unterscheidet man die westlichen Mangrovenwälder (Westafrika, Ostküste Süd- und Mittelamerika, Karibik) und die östlichen Mangrovenwälder (Ostafrika, Madagaskar, Süd- und Südostasien, Südpazifik). Die östlichen Mangrovenwälder sind artenreicher. Die acht Baumarten der Gattung Rhizophora haben die weiteste Verbreitung.
Eine merkwürdige Anpassung an die extremen Lebensbedingungen haben die Mangrovenbäume mit ihrem Wurzelwerk gefunden. Nebenwurzeln entspringen dem Stamm und wachsen in einem Bogen nach unten. Beim Eindringen in den Schlick bildet sich eine Vielzahl von Nährwurzeln. Die Nebenwurzeln, auch Stelzwurzeln genannt, dienen der besseren Verankerung des Baumes in dem von Wasserströmungen und Wellen gekennzeichneten Lebensraum. Die wichtigste Aufgabe der Stelzwurzeln ist jedoch die Sauerstoffaufnahme. Die Stelzwurzeln besitzen kleine luftdurchlässige Öffnungen, die unbenetzbar sind und daher das Eindringen von Wasser verhindern. Während eines hohen Wasserstandes wird der Sauerstoff in den Wurzeln verbraucht. Es entsteht ein Unterdruck, der bei Ebbe wieder durch das Ansaugen von Luft ausgeglichen Wird.
Die Frucht der Mangrovenbäume enthält nur einen Samen. Der Samen wächst bereits auf dem Mutterbaum zu einem Keimling. Bei Rhizophora erreichen die langgestreckten Keimlinge eine Länge von bis zu 40 Zentimetern. Die jungen Keimpflanzen fallen schliesslich vom Baum und bleiben im weichen Boden stecken oder werden von der Flut verfrachtet. Aufgrund des schnelles Wurzelwachstums können sie sich aber rasch festsetzen.
Mangroven müssen gegenüber hohen Salzkonzentrationen des Meer- und Bodenwassers unempfindlich sein. Wie die Salzmengen in der Pflanze reguliert werden, ist aber wissenschaftlich noch nicht geklärt.
Verwandtschaft
Rhizophoragewächse (Rhizophoraceae), Gattung Bruguiera (ca. 6 Arten)
Verbreitung
tropische Küstenregionen der Erde, auch in Madagaskar
Nutzung
Mangrovenwälder sind wichtige Brutgebiete für Fische und Wirbellose. Das Holz der Bäume wird als Bau- und Brennholz genutzt. Insbesondere die Widerstandsfähigkeit gegen den gefürchteten Schiffsbohrwurm machen das Holz für den Schiffbau sehr beliebt.