Wie auch andere Vertreter der Stabschrecken ist die Türkisblaue Riesenstabschrecke durch die Ähnlichkeit zu Ästen gut getarnt. Das gilt bei dieser Art insbesondere für die unauffällig braun gefärbten Weibchen; die Männchen stechen durch ihre auffällige türkisblaue Färbung eher hervor. Der Zweck dieser auffälligen Färbung ist bislang ungeklärt. Diskutiert wird, ob sie Weibchen anlocken soll oder aber potenzielle Fressfeinde abschrecken, indem sie eine vermeintliche Toxizität signalisiert.
Beide Geschlechter besitzen rötlich gefärbte Flügel. Bei Bedrohung präsentieren sie diese mit einem auffälligen, lauten Rascheln, um Feinde zu irritieren und abzuschrecken. Fliegen kann die Türkisblaue Riesenstabschrecke indes nicht.
Im Unterschied zu vielen anderen Stabschrecken-Arten weisen Türkisblaue Riesenstabschrecken keine saisonale Fortpflanzungsphase auf, sondern reproduzieren sich ganzjährig. Weibchen legen 40 bis 50 Eier, aus denen nach etwa 4 bis 5 Monaten die Larven schlüpfen. Diese erreichen nach weiteren 4 bis 6 Monaten die Geschlechtsreife.
Die Türkisblaue Riesenstabschrecke ist endemisch auf Madagaskar und bewohnt dort ein begrenztes Gebiet im Norden der Insel. Die Art wurde erst 2019 wissenschaftlich beschrieben. Zuvor wurde sie der Art Achrioptera fallax zugeordnet. Die beiden Arten weisen äusserliche Ähnlichkeiten auf, wobei die Männchen von A. fallax grün und nicht blau gefärbt sind. Zusätzlich existieren weitere morphologische Unterschiede, die jedoch erst durch genetische Analysen eindeutig zur Abgrenzung der beiden Arten führten.
Verwandtschaft
Familie der Phasmatidae, Gattung Achrioptera (13 Arten)
Lebensraum
trockene, laubabwerfende Wälder im Norden Madagaskar