Weissrüssel-Nasenbär (Nasua narica) im Zoo Zürich

Weissrüssel-Nasenbär

Nasua narica

Weissrüssel-Nasenbären sind überwiegend tagaktiv. Mit ihrer langen, beweglichen Schnauze durchstöbern sie den Waldboden nach Leckerbissen. Dabei hilft ihnen ihr ausgezeichneter Geruchssinn.

LC

Rote Liste
Nicht gefährdet

Nasenbären verdanken ihren Namen der beweglichen, rüsselartig verlängerten Nase. Beim Weissrüssel-Nasenbär ist sie im Gegensatz zu den südamerikanischen Nasenbären (Nasua nasua) weisslich gefärbt.

Der Weissrüssel-Nasenbär besiedelt eine Vielzahl bewaldeter Lebensräume in Mittel- sowie in Teilen Nord- und Südamerikas. Er ist ein opportunistischer Allesfresser, dessen Nahrung überwiegend aus Insekten und Früchten besteht. Ergänzend erbeutet er kleine Wirbeltiere wie Echsen, Nagetiere und gelegentlich Vögel, die er durch einen gezielten Biss in den Kopf tötet. Darüber hinaus nutzt er Aas sowie Nahrungsquellen menschlichen Ursprungs.

Den Grossteil der Nahrung nimmt der Nasenbär am Boden auf, den er mit seiner verlängerten Schnauze systematisch absucht. Das beansprucht einen erheblichen Teil seiner täglichen Aktivitätszeit. Er kann dabei bis zu 2000 Meter zurücklegen. 

Im Gegensatz zu den meisten Kleinbären sind Weissrüssel-Nasenbären tagaktiv. Die Nächte verbringen sie auf Bäumen. Denn Weissrüssel-Nasenbären sind ausgesprochen geschickte Kletterer. Sie besitzen die Fähigkeit, Baumstämme kopfvoran hinabzuklettern, wobei sie ihre Hinterfüsse nach aussen drehen und zum Festklemmen am Stamm nutzen. Ihren Schwanz nutzen sie beim als Gleichgewichtshilfe. Wenn sie sich am Boden fortbewegen, halten sie den Schwanz senkrecht nach oben. 

Adulte Männchen leben in der Regel solitär, während Weibchen gemeinsam mit Jungtieren stabile soziale Verbände bilden. Diese können typischerweise etwa zwölf, aber auch mehr als dreissig Individuen umfassen. Innerhalb der Verbände erfolgt die Kommunikation sowohl akustisch, unter anderem über zirpende Lautäusserungen, als auch über olfaktorische Signale.

Während der Paarungszeit suchen die sonst einzelgängerischen Männchen gezielt Weibchengruppen auf. Wenn sich ein Männchen einer Weibchengruppe nähert, ordnet es sich durch Fellpflege und anderes unterwürfiges Verhalten den Weibchen unter. Danach paart es sich mit allen Tieren und wird anschliessend wieder vertrieben.

Kurz vor der Geburt ziehen sich trächtige Weibchen vorübergehend aus ihren Gruppen zurück, um in einem selbst errichteten Nest auf einem Baum eins bis sieben Jungtiere zur Welt zu bringen. Die Mutter säugt die Jungtiere mehrere Monate lang. Sie entwickeln sich rasch. Bereits nach wenigen Wochen verlassen sie das Nest und beginnen zu klettern. 

Der Weissrüssel-Nasenbär besitzt in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes eine wirtschaftliche Bedeutung und wird zur Gewinnung von Fleisch und Fell bejagt. In den Vereinigten Staaten ist die Population ausserdem durch genetische Isolation potenziell gefährdet, was langfristig zu einem lokalen Aussterben führen könnte.

Dort fällt die Art auch wiederholt als Beifang in Fallen für andere Tierarten, wird irrtümlich von Jägern erlegt oder ist von Massnahmen der Prädatorenkontrolle betroffen; ein historisches Beispiel ist das Verschwinden aus den Burro Mountains in New Mexico im Zusammenhang mit Giftkampagnen gegen Kojoten. Zusätzlich ist der Weissrüssel-Nasenbär anfällig für Krankheiten wie Hundestaupe, eine hoch ansteckende und oft tödliche Viruserkrankung, sowie Tollwut. 

Trotz lokaler Bestandsrückgänge durch intensive Bejagung einerseits und durch Lebensraumverlust andererseits wird der Weissrüssel-Nasenbär aufgrund seines weiten Verbreitungsgebietes, seiner ökologischen Anpassungsfähigkeit und des Vorkommens in zahlreichen Schutzgebieten derzeit global nicht als gefährdet eingestuft.

Verwandtschaft

Kleinbären (Procyonidae), Nasenbären (Nasua, 4 Arten)

Lebensraum

Feucht- und Trockenwälder, Galeriewälder sowie Savannen (Chapparales) vom Tiefland bis gegen 2900 m ü. M.

Lebensweise

tagaktiv, baumbewohnend und terrestrisch

Sozialstruktur

sozial, Weibchen typischerweise in Gruppen um 12 Tiere (bis zu 30 Tiere möglich), erwachsene Männchen solitär

Verwandtschaft

Kleinbären (Procyonidae), Nasenbären (Nasua, 4 Arten)

Lebensraum

Feucht- und Trockenwälder, Galeriewälder sowie Savannen (Chapparales) vom Tiefland bis gegen 2900 m ü. M.

Lebensweise

tagaktiv, baumbewohnend und terrestrisch

Sozialstruktur

sozial, Weibchen typischerweise in Gruppen um 12 Tiere (bis zu 30 Tiere möglich), erwachsene Männchen solitär

Patenschaft

Helfen Sie uns beim Artenschutz!

Weissrüssel-Nasenbär für CHF 1'200.–

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