
02.11.2026 — Pantanal Feuchtgebiet
Blau & Gelb: Die ersten Vögel im Pantanal Feuchtgebiet
Die Bauarbeiten für das Pantanal Feuchtgebiet schreiten weiter voran. Mit dem Refugio konnte bereits ein erster Bereich des künftigen Lebensraums für bedrohte südamerikanische Vogel- und Säugetierarten in Betrieb genommen werden. Die ersten farbenprächtigen Bewohner sind auch schon eingezogen: Hyazintharas und Sonnensittiche.
Mit ihrem leuchtend blauen Gefieder und papageientypischen Rufen sind die Hyazintharas (Anodorhynchus hyacinthinus) weder zu übersehen noch zu überhören. Gemeinsam mit den Sonnensittichen (Aratinga solstitialis) bringen sie bereits Farbe und Leben in die fertiggestellten Innenbereiche des Pantanal Feuchtgebiets mit dem Namen Refugio. Noch spielt sich dieses bunte Treiben verborgen vor den Blicken der Zoogäste ab, denn rundherum wird weiterhin fleissig gebaut.
Vorbereitung auf die künftige Voliere
Mit der frühzeitigen Inbetriebnahme des Refugios können sich die Tiere bereits an die neue Umgebung gewöhnen. Dies erleichtert die Inbetriebnahme der grossen Voliere nach Bauabschluss, da neu hinzukommende Tiere vom Verhalten bereits eingelebter Individuen lernen können. Das Gebäude verfügt über zwei separate Bereiche für Wasservögel und Papageien. Im Wasservogelbereich ermöglichen Wasserflächen und ein spezielles Bodensubstrat den Tieren, ihren natürlichen Verhaltensweisen wie dem Stochern nach Nahrung nachzugehen. Der Papageienbereich umfasst einen grossen, mit Tageslicht durchfluteten Gemeinschaftsraum für alle Papageienarten, der nach der Eröffnung durch eine Glasscheibe einsehbar sein wird. Ansonsten ist das Refugio für die Zoogäste nicht zugänglich. Zudem stehen unterschiedliche Kompartimente zur Verfügung, welche die Haltung von bis zu sechs verschiedenen Papageienarten im Refugio ermöglichen.
Die grössten Papageien der Welt
Mit einer Körperlänge von bis zu einem Meter sind Hyazintharas die grössten Papageien der Welt. Die imposanten Vögel sind in ihrem natürlichen Lebensraum in Südamerika, zu dem auch das brasilianische Pantanal gehört, bedroht. Im Pantanal engagieren wir uns bereits seit vielen Jahren für den Schutz dieses wertvollen Lebensraums. Dennoch braucht es auch ausserhalb des natürlichen Lebensraums der Papageien Massnahmen, um die Art zu erhalten. Dafür züchtet der Zoo Zürich Hyazintharas erfolgreich im Zentrum für Artenschutz Ornis. Dazu halten wir hinter den Kulissen eine der grössten Zuchtgruppen dieser Papageienart und koordinieren das Europäische Erhaltungszuchtprgramm (EEP) von Zürich aus. Ziel ist der langfristige Erhalt einer stabilen Reservepopulation. Insgesamt 24 Nachzuchten aus den vergangenen Jahren sind nun vom Ornis ins neue Refugio umgezogen.
Weitere gefiederte Bewohner im Refugio
Nicht nur die Hyazintharas sind in ihrem natürlichen Lebensraum bedroht. Auch die leuchtend gelben Sonnensittiche gelten aufgrund von Lebensraumverlust und illegalem Fang für den Tierhandel als stark gefährdet. In der Natur leben sie meist in kleinen Gruppen und pflegen enge soziale Bindungen zu ihren Partnern. Dies zeigt sich auch bei der neu eingezogenen Gruppe von 24 Nachzuchten: Häufig sitzen die Paare dicht beieinander, betreiben gegenseitige Gefiederpflege und bleiben über ihre charakteristischen Rufe ständig miteinander in Kontakt.
Blau und Gelb – die ersten gefiederten Bewohner geben bereits heute einen Vorgeschmack auf die faszinierende Tierwelt Südamerikas, die künftig im Pantanal Feuchtgebiet erlebbar sein wird. Der neue Lebensraum verbindet dieses Naturerlebnis mit dem Schutz bedrohter Tierarten, der Forschung sowie dem Engagement des Zoo Zürich für Hyazintharas in Brasilien. Gleichzeitig schafft er Verständnis für die Bedeutung intakter Ökosysteme und sensibilisiert die Zoogäste für den Erhalt der weltweiten Artenvielfalt.

Das Rohschnitt-Videomaterial ist unter Quellenangabe zur redaktionellen Berichterstattung über den Zoo Zürich freigegeben.
Die Bilder sind unter Quellenangabe zur redaktionellen Berichterstattung über den Zoo Zürich freigegeben.
Auskunftsperson zu diesem Thema

Dr. Severin Dressen
Direktor Zoo Zürich
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