Moodbild einer fleischreduzierten Wurst mit Bürli und Senf, aufgenommen im Zoo Zürich.

20.09.2026 — Lebensraumschutz

Weshalb unser Fleisch Erbsen enthält

Weniger Fleisch zu essen, hilft der Natur. Verschiedene Fleischprodukte im Zoo enthalten deshalb Erbsenprotein. Das senkt den Fleischverbrauch, ohne dass Fleischliebhaber*innen Verzicht üben müssen.

Fleisch, aber nachhaltiger: In unseren Restaurants und an den Verpflegungsständen verkaufen wir Fleischprodukte, die bis zu einem Viertel aus Bio-Erbsenprotein bestehen. Auf den Geschmack der Kalbsbratwürste, Cervelats, Wienerli und des Hackfleischs im Chili con Carne hat das keinen Einfluss – auf die Treibhausgasemissionen hingegen schon: Sie sind bei diesen Produkten um rund 20 Prozent reduziert.

Video: Zoo Zürich, Tim Benz

Naturschutz beginnt auf dem Teller

Weniger Fleisch zu essen, ist ein zentraler Hebel in der Bemühung um mehr Nachhaltigkeit und den Schutz der Biodiversität – Naturschutz beginnt auf dem Teller. Vegetarische Alternativen überzeugen Fleischesser in der Regel aber selten.

Hier setzen die Fleischprodukte mit Erbsenprotein an: Weil sie schmecken wie konventionelles Fleisch, haben sie das Potenzial, eine möglichst grosse Menge an Menschen anzusprechen und auch echte «Fleischtiger» zu überzeugen.

Stimmungsbild essender Personen beim Panthera-Grill im Zoo Zürich.

Der Geschmack entscheidet: Die Produkte mit Erbsenprotein schmecken genau so gut wie konventionelles Fleisch. Bild: Zoo Zürich, Tim Benz

Zwei Jahre Entwicklungsarbeit

Die Fleischprodukte mit Erbsenprotein hat der Zoo Zürich in Zusammenarbeit mit der Mérat AG entwickelt. «Wir wollten Fleischprodukte schaffen, die klimafreundlicher sind als das jeweilige Original und gleichzeitig möglichst viele Menschen ansprechen», erklärt Marcel Ritter, Leiter der Zoo Restaurants GmbH.

«Weil sich am Geschmack nichts ändert, werden diese Produkte auch Fleischfans überzeugen – Wurst bleibt Wurst!»

Marcel Ritter, Leiter Zoo Restaurants GmbH

Mérat-CEO Reto Maurer erklärt am Beispiel der Kalbsbratwurst: «22 Prozent des Fleisches sind bei der neuen Wurst durch Protein aus biologisch angebauten Erbsen ersetzt. Das Fleisch ist IP-Suisse-Standard. Wir haben zwei Jahre lang viel ausprobiert und verschiedene Varianten getestet, bis Geschmack, Qualität, Tierwohl und Nachhaltigkeit zusammengepasst haben. Das Resultat überzeugt nun auf ganzer Linie.»

Moodbild eines fleischreduzierten Chili con Carne im Zoo Zürich.

Das Chili con Carne im Zoo Zürich wird mit dem Hackfleisch mit Erbsenprotein gekocht. Bild: Zoo Zürich, Tim Benz

233-mal von Zürich bis Rom

Die Kalbsbratwurst mit Erbsenprotein ersetzt die bisher angebotene konventionelle Kalbsbratwurst in den Restaurants und Verpflegungsständen im Zoo Zürich. Im Vergleich zur konventionellen Wurst kommt sie auf eine Treibhausgas-Ersparnis von rund 590 Gramm CO₂ pro Stück. Bei durchschnittlich 100'000 verkauften Kalbsbratwürsten pro Jahr ergibt sich daraus eine Gesamtersparnis von etwa 60 Tonnen CO₂, was ungefähr 233 Autofahrten von Zürich nach Rom entspricht.

Auch beim Klimafussabdruck – d.h. unter zusätzlicher Berücksichtigung von Land- und Wasserverbrauch – weist die neue Wurst einen enormen Fortschritt auf: Er ist im Vergleich zur konventionellen Variante um 45 Prozent reduziert. Alle Berechnungen wurden durch die Firma Green Guides erstellt.

Aufnahme einer Bratwurst.

Die Bratwurst mit Erbsenprotein spart gegenüber einer konventionellen Bratwurst rund 590 Gramm CO₂ pro Wurst. Foto: Zoo Zürich, Tim Benz

Wirkung dank Masse

Die Bratwürste, Cervelats, Wienerli und das Hackfleisch sind bei Mérat künftig auch für andere gastronomische Betriebe erhältlich. Denn je mehr konventionelle Fleischprodukte durch die neue Variante ersetzt werden, desto grösser ist die Wirkung. «Langfristig gesehen ist das Potenzial riesig», ist Marcel Ritter überzeugt.

«Mit den neuen Fleischprodukten geben wir einen Anstoss, auf einfache Weise ganz konkret für den Arterhalt aktiv zu werden.»

Severin Dressen, Direktor Zoo Zürich

Denn eines der grössten Probleme für wildlebende Tierarten ist der Verlust ihres Lebensraums, der entsteht, weil das Land für die Futtermittelproduktion oder die Nutztierhaltung genutzt wird. Weniger Fleisch zu essen, hat deshalb einen direkten und unmittelbaren Einfluss.

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