
20.09.2026 — Mithelfen
Anleitung: Ein Insektenhotel bauen
Nisthilfen für Insekten – «Insektenhotels» – können Sie ohne viel Aufwand und Kosten einfach selber bauen: Aus Steinen, Schilfröhrchen, Lehm, Holz und anderem entstehen wertvolle Lebensräume. Das fördert die Biodiversität. Sobald die Nisthilfen gebaut sind, braucht es nur noch etwas Geduld, bis «Hotelgäste» wie Hummeln, Schlupfwespen und Wildbienen im neuen Zuhause einziehen.
Nisthilfe für Wildbienen aus hohlen Stängeln
Los geht's:
Material:
Bambusrohre (Innendurchmesser 3–10 mm) oder Schilfmatten (gibt's im Baumarkt)
Säge oder Rebschere
Draht
Schnur
evtl. Bohrer
evtl. Lochziegel
Bauanleitung:
Die Bambusrohre hinter dem Knoten durchsägen oder die Schilfmatte auf eine Länge von ca. 30 cm schneiden, ohne dabei die Halme zu zerquetschen.
Das lockere Mark im Bambus mit einem Bohrer oder Draht entfernen.
Die Bambusröhren mit dem Knoten nach hinten zusammenschnüren oder einzeln in die Löcher eines Lochziegels legen oder die schmalen Schilfmatten aufrollen und vorsichtig zusammenschnüren.
Einen geeigneten Ort finden, der vor direkter Witterung geschützt ist. Ideal sind Standorte, die von Südost bis Südwest ausgerichtet sind.
Das Bündel oder den bestückten Lochziegel waagrecht an eine Wand oder einen Pfosten befestigen.
Nisthilfe für Wildbienen aus Holzstämmen oder Ästen
Los geht's:
Material:
Trockene Holzstämme oder dicke Äste (z.B. Esche oder Eiche)
Akkubohrer
Bohraufsätze 2–10 mm
Schnur oder Draht
Bauanleitung
Die Holzrugel in 11–15 cm lange Stücke sägen.
Von aussen durch die Rinde 5–10 cm tiefe, unterschiedliche Löcher bohren (2–10 mm Durchmesser).
Die Löcher reinigen und die Eingänge glattschleifen.
Einen geeigneten Ort finden, der vor direkter Witterung geschützt ist. Ideal sind Standorte, die von Südost bis Südwest ausgerichtet sind.
Die gelochten Holzstücke waagrecht an eine Wand oder einen Pfosten befestigen.
Nisthilfen für Steilwandbewohner
Auch die lehmigen Wände von Flussufern kann man nachbauen. Hierzu nehmen Sie am besten sandigen Lehm (oder Löss) aus einer Baustelle. Sie können auch normalen Lehm kaufen; diesen dann mit Sand und etwas Sägemehl mischen (Verhältnis ca. 1/3). Den Lehm in einen geeigneten Kasten pflastern. Die dabei entstehende «Wand» darf nicht zu hart sein. Um den Bienen eine Starthilfe zu geben, können Sie auch einige Löcher vorbohren.
Generelle Bautipps
Parallel zur Holzfaser bohren; also nicht zwischen die Jahrringe, sondern im rechten Winkel dazu.
Darauf achten, dass die Löcher überall schön glatt sind. Auch geschnittene Stängel dürfen nicht ausgefranst sein. Scharfe Bohrer/Scheren verwenden, um das Ausfransen zu verhindern.
Keine Röhren aus Plastik verwenden. Das fördert den Schimmelpilzbefall
Keine Ziegelsteine verwenden. Deren Löcher sind viel zu gross. Als Halter für Röhrchen kannst du Ziegelsteine jedoch einsetzen.
Gut zu wissen
Nicht alle Wildbienen-Arten nutzen oberirdische Nisthilfen; fast zwei Drittel der Wildbienen nisten im Boden. Alleine mit dem Bereitstellen von Nistmöglichkeiten lassen sich bedrohte Wildbienenarten deshalb nicht retten. Die Nisthilfen bieten aber hervorragende Möglichkeiten für Naturbeobachtungen und tragen zur Sensibilisierung bei, gerade auch von Kindern.
Ein nachhaltiger Schutz der Wildbienen, insbesondere der gefährdeten Arten, kann nur durch die langfristige Erhaltung, Pflege und Förderung natürlicher oder naturnaher Nistplätze sowie Nahrungsräume gewährleistet werden. Der Schutz ihrer Lebensräume steht deshalb an oberster Stelle.

Bei uns im Zoo steht neben der Australienanlage ein Hotel für wildlebende Insekten. Bild: Zoo Zürich, Sandro Schönbächler
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