Blick in den Nouabalé-Ndoki Nationalpark in der Republik Kongo.

03.11.2026 — Artenschutz

COP 17: Kein grosser Durchbruch, aber kleine Fortschritte

Letzten Freitag ist die 17. Weltbiodiversitätskonferenz (COP 17) in Armenien zu Ende gegangen. 196 Staaten hatten dort zwei Wochen lang um die Zukunft der Artenvielfalt unseres Planeten gerungen. Bereits vor der Konferenz war klar geworden, dass das Tempo bei der Umsetzung von Schutzbemühungen zu niedrig ist. Was hat die weltweit wichtigste Konferenz zum Erhalt der biologischen Vielfalt gebracht?

Der grosse Durchbruch bleibt aus. Stattdessen wurden kleinere Fortschritte erzielt. Positiv ist, dass sich die Staaten nochmals ausdrücklich zur Umsetzung des Weltnaturschutzabkommen von 2022, dem sogenannten Kunming-Montreal-Abkommen, bekannt haben und dies auch in der Abschlusserklärung nochmals klar festgehalten wurde. Der Wille ist also da.

Elefanten im Lewa Wildlife Conservancy in Kenia. Foto: Zoo Zürich, Martin Bauert.

30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen sollen bis 2030 unter Schutz gestellt sein. So steht es im Weltnaturabkommen. Foto: Zoo Zürich, Martin Bauert.

Mehr Tempo

Vor zwei Jahren auf der COP 16 im kolumbianischen Cali hatte weniger Einigkeit geherrscht. Die Konferenz war damals nach zähen Verhandlungen und ohne eine gemeinsame Abschlusserklärung abgebrochen worden. Nun also soll es wieder vorwärts gehen.

So wurden beispielsweise verschiedene Initiativen auf den Weg gebracht, um das Tempo bei der Umsetzung der 23 Ziele des Abkommens zu erhöhen. Der erste globale Zwischenbericht zu den bisher erzielten Fortschritten der Staaten bei der Umsetzung des Weltnaturabkommens hatte zu Beginn der Konferenz gezeigt, dass es deutlich mehr Anstrengungen braucht. Wir berichteten.

Kubataube im Zoo Zürich.

Das EEP zur stark gefährdeten Kubataube ist eines von insgesamt acht Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP), die der Zoo Zürich koordiniert. Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini

Erhaltungszuchtprogramme als Teil der Lösung

Eines der 23 Ziele ist Target 4. Dieses fokussiert unter anderem auf Massnahmen zum Schutz bedrohter Arten ausserhalb ihres natürlich Lebensraums, den Ex-situ-Artenschutz. Moderne Zoos wie der Zoo Zürich leisten in diesem Bereich schon heute wertvolle Arbeit, in dem sie Arten durch koordinierte Zuchtprogramme erhalten.

Ganz aktuell hat die EAZA – Europäische Vereinigung der Zoos und Aquarien, unter deren Dach über 500 solcher Erhaltungszuchtprogramme gemanagt werden, ein neues Übersichtspapier zur Funktionsweise von EEPs (Europäische Erhaltungszuchtprogramme) veröffentlicht. Als wissenschaftlich geführter Zoo ist der Zoo Zürich akkreditierter EAZA-Zoo und beteiligt sich an zahlreichen EEPs. Auch um hier noch mehr beitragen zu können, bauen wir unseren Tierbestand schrittweise um auf nur noch bedrohte oder für die Forschung relevante Arten.

Blick in das Naturschutzprojekt Ndoki des Zoo Zürich.

Blick auf eine Bai-Landschaft im Nouabalé-Ndoki Nationalpark. Der Zoo Zürich unterstützt den Schutz dieses Lebensraums in der Republik Kongo im Rahmen seines Naturschutzprojekts Ndoki. Foto: Zoo Zürich, Tim Benz.

Um unsere Biodiversität langfristig zu sichern, braucht es aber vor allem den Schutz von Lebensräumen. Als Überraschungserfolg an der COP 17 werden daher die erzielten Fortschritte zum Abbau umweltschädlicher Subventionen gewertet.

«Wir finanzieren unsere eigene Ausrottung»

Aktuell fliessen für jeden Dollar, der in den Schutz der Natur investiert wird, zeitgleich etwa 30 Dollar in Aktivitäten, die Natur zerstören! UN-Generalsekretär António Guterres brachte diese Tatsache an der Konferenz auf den Punkt, indem er sagte: «Wir finanzieren unsere eigene Ausrottung.» Es braucht also einen Systemwechsel.

Im Rahmen des Weltnaturabkommens von 2022 hatten sich die Staaten bereits dazu verpflichtet, solche schädlichen Anreize bis 2030 um mindestens 500 Milliarden US-Dollar pro Jahr zu reduzieren oder umzuwidmen. Zeitgleich sollen die Finanzflüsse zugunsten der Biodiversität bis 2030 auf mindestens 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr angehoben werden. In Armenien wurden nun immerhin drei Initiativen zum Abbau solch schädlicher Subventionen ins Leben gerufen. Die Finanzierung ist und bleibt aber der grösste Knackpunkt der Konferenz.

Blick auf zwei Nashörner im Naturschutzprojekt Lewa in Kenia des Zoo Zürich.

In Kenia engagiert sich der Zoo im Rahmen seines Naturschutzprojekts Lewa auch für den Schutz von Nashörnern und gegen Wilderei. Foto: Zoo Zürich, Tim Benz.

Mehr als Nice-to-have

Natur- und Artenschutz ist kein Nice-to-have. Er ist die wohl wichtigste Investition in unsere Lebensgrundlage. Wir alle sind abhängig von einer intakten Natur. Der Zoo Zürich engagiert sich daher nicht nur im Zoo durch Bildung, Forschung und Artenschutz, sondern weltweit in neun grossen und langfristigen Naturschutzprojekten, um Lebensräume dauerhaft zu sichern. Jährlich investieren wir rund 2.5 Millionen Franken in diese Schutzarbeit.

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  • Blick aus der Luft auf einen Teil des Nouabalé-Ndoki-Nationalparks (NNNP) im Kongo.LebensräumeWir schützen Natur – lokal und global
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