
20.09.2026 — Artenschutz
Erster Nachwuchs bei den Gorillas
In unserer neuen Gorillagruppe ist erstmals ein Jungtier zur Welt gekommen. Das Weibchen hat den Namen Amata erhalten und wird von Mutter Mayumi und der restlichen Gorillagruppe vorbildlich umsorgt.
Am 27. Juli 2026 hat Gorillaweibchen Mayumi ein Jungtier zur Welt gebracht. Es ist ihr erster Nachwuchs. Die Geburt verlief ohne Komplikationen und schon nach kurzer Zeit konnte Amata ihre erste Muttermilch trinken. Vater ist das Gorillamännchen Bwana.

Amata trinkt bei Mutter Mayumi. Bild: Zoo Zürich, Fabio Süess
«Wir freuen uns über die erfolgreiche Geburt», sagt Zoodirektor Severin Dressen, gibt aber gleichzeitig zu bedenken: «Die ersten Lebenswochen sind immer die heikelsten». Inzwischen ist Amata zwei Monate alt und entwickelt sich gut.
«Wir freuen uns über die Geburt!»

Mutter Mayumi meistert ihre neue Rolle mit Bravour. Sie trägt Amata stets eng bei sich und schützt sie vor allzu viel Neugierde durch die anderen Gorillas. Anschauen ist erlaubt, anfassen noch nicht. Daran hält sich die gesamte Gruppe.
Auch Vater Bwana nimmt seine Beschützerrolle ernst. Wie es sich für einen Silberrücken gehört, hat er immer ein wachsames Auge auf Mutter und Nachwuchs.

Gut behütet: Amata in den schützenden Armen von Mutter Mayumi. Bild: Zoo Zürich, Fabio Süess
Neue Gorillagruppe
Wir hatten unsere Gorillagruppe im vergangenen Jahr neu zusammengesetzt. Mit dem Silberrücken trafen damals auch drei neue Weibchen in Zürich ein. Aus der ehemaligen Gorillagruppe wechselte einzig das Weibchen Haiba in die neue Konstellation.
Alle Tiere haben eine Zuchtempfehlung im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) und können damit zum Erhalt der vom Aussterben bedrohten Westlichen Flachlandgorillas beitragen.

Mayumi kümmert sich vorbildlich um Amata. Bild: Zoo Zürich, Fabio Süess
Ganzheitlicher Artenschutz
Der Westliche Flachlandgorilla (Gorilla gorilla gorilla) steht in der Natur stark unter Druck. Lebensraumverlust, politische Konflikte, die Jagd für Bushmeat und Krankheiten wie Ebola setzen ihm zu. Nach aktuellen Schätzungen existieren in der Wildnis noch höchsten 300‘000 Tiere – das ist weniger, als die Stadt Zürich Einwohner*innen hat. Und die Bestände nehmen kontinuierlich ab. Unser Handeln ist daher dringender denn je.
Wir wirken in vier grossen Bereichen zum Schutz der Gorillas und ihrer natürlichen Lebensräume:
beteiligen wir uns mit unseren Gorillas am Erhaltungszuchtprogramm der europäischen Zoos.
sensibilisieren wir unsere Gäste für die Bedrohung der Art und ihren Schutz.
sind wir mit der Gorillagruppe Teil von Forschungsprojekten – aktuelle Beispiele sind eine Verhaltensstudie zu ihren geistigen Fähigkeiten und die Erforschung ihrer Verdauungsbiologie.
bauen wir mit dem geplanten Bau des Ndoki Waldes, dem neuen Lebensraum für den Westlichen Flachlandgorilla und weitere gefährdete bedrohte Tierarten, auch unser Naturschutzengagement vor Ort aus.
Das Zusammenspiel aller vier Bereiche bewirkt den bestmöglichen Schutz für die Gorillas und ihrer Lebensräume. Wir nennen dieses Schutzkonzept den One Plan Approach.
- Bildung
- Forschung
- Artenschutz
LebensräumeWir schützen Natur – lokal und global
Naturschutz in der Republik Kongo
Vorbild für unseren künftigen Ndoki Wald ist der Nouabalé-Ndoki-Nationalpark in der Republik Kongo. Der Nationalpark ist ein gut 4000 Quadratkilometer grosses Naturschutzgebiet im Kongo-Becken. Er zeichnet sich durch einen weitgehend unberührten Regenwald aus und ist einer der wichtigsten Rückzugsorte für den Westlichen Flachlandgorilla sowie zahlreiche weitere bedrohte Tierarten.
Mit unserem neunten Naturschutzprojekt Ndoki engagieren wir uns für den Erhalt dieses bedeutsamen Lebensraums in Zusammenarbeit mit unserer lokalen Projektpartnerin Wildlife Conservation Society Congo.
Verbunden im Namen
Unsere Naturschutzpartnerin WCS Congo hat uns auch bei der Namensfindung für den Gorillanachwuchs geholfen. «Amata» stammt aus der in der Republik Kongo gesprochenen Sprache Lingala und bezeichnet «jene, die gerne klettert».
Als Zeichen der Verbundenheit für das gemeinsame Ziel und die Zusammenarbeit zum Schutz der Gorillas hatte das Team vor Ort im Kongo eine Liste mit verschiedenen lokalen Namen für den Gorilla-Nachwuchs in Zürich zusammengestellt. Daraus wählte das Tierpflege-Team der Gorillas Amata aus.
Amata ist also mehr als bloss ein Name für ein Gorilla-Jungtier. Er verdeutlicht, wofür der Zoo Zürich steht: Ganzheitlicher Natur- und Artenschutz verbunden über Ländergrenzen hinweg.

Amatas Name steht dafür, zu verbinden, was zusammengehört. Bild: Zoo Zürich, Enzo Franchini